Handel

Der Handel in Deutschland befindet sich seit Jahren in einem tiefgreifenden Strukturwandel. Die Anzahl kleiner Geschäfte sinkt stetig, die Konzentration bei Herstellern und Handelsunternehmen nimmt zu und große Handelskonzerne engagieren sich zunehmend im Ausland. Dadurch gewinnt der Kompetenzaufbau in der handelsbezogenen Betriebswirtschafts- bzw. der Managementlehre zunehmend an Bedeutung. Somit ist auf Seiten des institutionellen Handels eine steigende Nachfrage nach akademischem Führungsnachwuchs zu verzeichnen und weiterhin zu erwarten.

Einsatzgebiete und Berufsaussichten der AbsolventInnen
Wichtigste Berufsfelder für die Absolventen der Studienrichtung Handel sind Führungsaufgaben im Groß- und Einzelhandel. Die Einsatzbereiche sind ebenso vielfältig wie die Handelslandschaft selbst. Sie reicht von der Leitung einzelner Abteilungen (z.B. im Ein- oder Verkauf) über die Führung von Filialen bis zu Spitzenpositionen in Handelszentralen.

Neben der Nachfrage aus dem institutionellen Handel ist seit einigen Jahren ein zunehmendes Interesse an Handels-Absolventen aus anderen Branchen feststellbar. Hierzu zählen Unternehmensberatungsgesellschaften, Vertriebsgesellschaften der Industrie sowie handelsnahe Dienstleistungsunternehmen (z.B. aus dem E-Business). Eine signifikante Rolle spielt auch die Übernahme von Leitungsfunktionen im Rahmen der Unternehmernachfolge bei inhabergeführten Handelsunternehmen.

Voraussetzungen für ein erfolgreiches Studium
Interessenten für die Studienrichtung Handel sollten neben Leistungsbereitschaft und praxisorientierter Neigung über analytische Fähigkeiten verfügen, die es ihnen erlauben, die für eine Problemlösung notwendigen Informationen effizient zu beschaffen, kompetent auszuwerten und problemgerechte Lösungen und Methoden zu entwickeln. Sie sollen in der Lage sein, in einem Team mit Experten aus anderen Fachgebieten zusammenzuarbeiten.

Praxisphasen im Ausbildungsunternehmen
Die Anwendung handelsbetrieblicher Kenntnisse in der Praxis vermitteln die Ausbildungsunternehmen. Korrespondierend zu den Inhalten der Theoriephasen durchlaufen die Studenten die verschiedenen Abteilungen der Handelsbetriebe. In Form von Projektarbeiten und der Bachelor-Arbeit wirken sie eigenständig bei der Lösung betrieblicher Problemstellungen mit.

Theoriephasen an der Dualen Hochschule
Neben den grundlegenden handelsrelevanten betriebswirtschaftlichen, volkswirtschaftlichen und rechtlichen Ausbildungsinhalten werden im Laufe des Studiums insbesondere drei Themenbereiche vertieft. Der Komplex „Beschaffung und Lagerhaltung“ bildet einen Schwerpunkt der handelsspezifischen Spezialisierung. Zunehmende Bedeutung kommt dabei der Entwicklung und Implementierung integrierter Warenwirtschafts-, Logistik- und Informationssysteme zu (Supply Chain Management). Auch neuen Entwicklungen wie z.B. „Efficient Consumer Response“ wird Rechnung getragen.

Die zweite Vertiefung wird im Bereich des „Handelsmarketing“ vorgenommen. Hier stehen zunächst der marketingpolitische Instrumentalbereich sowie eine verhaltenswissenschaftlich orientierte Sichtweise der Marktpartner (Kunden, Lieferanten) im Vordergrund. Ein besonderes Augenmerk liegt auf der zunehmenden Globalisierung der Absatz- und Beschaffungsmärkte. Ergänzend hierzu werden Kurse in ausgewählten Fremdsprachen angeboten. Einen breiten Raum nehmen auch Veranstaltungen zum Thema „Kundenorientierung“ und Customer Relationship Management in Verbindung mit den Entwicklungen im Bereich des E-Commerce und E-Business ein.

Der dritte Schwerpunkt liegt im Bereich der „Kosten- und Leistungsrechnung“ sowie des „Controlling“. Dieses Problemfeld stellt eine zentrale Herausforderung im Rahmen der handelsspezifischen Rechnungslegung dar und erfährt angesichts der EDV-gestützten Informationserfassung und –aufbereitung eine neue Dimension in Theorie und Praxis.